Der magische Wert der Sendepause

Bild 1: von Open­Clip­art-Vec­tors auf Pixabay

Nur wer wirklich zuhört, kann andere tatsächlich verstehen

Wann immer ich die Men­schen nach Mee­tings fra­ge, ver­dre­hen sie fast reflex­haft die Augen. Ich ken­ne kaum jemand, der der Bespre­chungs­qua­li­tät in sei­ner Umge­bung zufrie­den ist. Wenn ich mit Teams und Grup­pen arbei­te und begin­ne, die Rei­hen­fol­ge zu ver­än­dern, erle­be ich ein vehe­men­tes Ver­tei­di­gen von Dis­kus­si­ons­blö­cken vor dem Sam­meln von Ideen. Das kann sinn­voll sein, birgt jedoch Gefah­ren. An vie­len Punk­ten im Ent­schei­dungs­pro­zess bedarf es eines Aus­tauschs von Mei­nun­gen. Wie das gut gelin­gen kann, lesen Sie hier …

Offe­ner Aus­tausch und Dis­kus­sio­nen sind die Untie­fen im Ent­schei­dungs­pro­zess – Gefah­ren­stel­len, die es gekonnt zu meis­tern gilt, wenn der wei­te­re Lösungs- und Ent­schei­dungs­pro­zess mit Grup­pen­in­tel­li­genz funk­tio­nie­ren soll.

Vielsager und Lautsprecher

Bild 2: Oos­man Exp­tal. via Unsplash

Es gibt Men­schen, die ger­ne viel reden, bereits gesag­tes wie­der­ho­len oder ihre eige­nen Argu­men­te immer wie­der in neu­em Zusam­men­hang repe­tie­ren. Ein sol­ches Ver­hal­ten blo­ckiert den Raum für ande­re, etwa sol­che, die eher lei­se reden oder nicht gewohnt sind, sich Raum zu neh­men. So kom­men weni­ger Ideen zusam­men, weil sie man­gels Lücken gar nicht benannt oder in Ruhe aus­ge­führt wer­den können.

Argu­men­te und Vor­schlä­ge, die ste­tig wie­der­holt wer­den, beein­flus­sen alle ande­ren im Team. Auf ganz sub­ti­le Wei­se wer­den sie sich mit die­ser Idee anfreun­den oder ihr zumin­dest nicht ent­ge­gen­ste­hen. Wenn die­se geschieht, redu­ziert sich die Grup­pen­in­tel­li­genz durch Viel­falt auf schlich­te, ver­ein­heit­li­che Schwar­min­tel­li­genz reduzieren.

Animositäten und Emotionen

Bild 3: You­saf via Unsplash

In offe­nen Dis­kus­sio­nen kann es zu Bezie­hungs­stö­run­gen und Kon­flik­ten kom­men – ins­be­son­de­re, wenn das The­ma auf­ge­la­den ist. Eine blo­ße Gegen­re­de kann zur Gereizt­heit füh­ren. Wer häu­fig unter­bro­chen wird, geht irgend­wann ent­we­der zum Angriff über oder zieht sich zurück.

Sol­che Stö­run­gen sind gesam­ten Pro­zess und das gegen­sei­ti­ge Ver­ständ­nis wenig hilf­reich. Mit­un­ter deh­nen sie sich auch auf die Zusam­men­ar­beit aus oder es ent­steht gar eine Bil­dung unter­schied­li­cher Lager.

Austausch- und Freiraum durch Struktur

Wenn Aus­tausch sinn­voll und gewünscht ist, wenn alle gehört und mög­lichst ein­be­zo­gen wer­den sol­len, dann braucht es eine Vor­ge­hens­wei­se und einen Rah­men, in dem oben ange­deu­te­te Hin­der­nis­se gar nicht erst auftauchen.

Bild 4: Glenn Cars­tens-Peters via Unsplash

In der Mode­ra­ti­on stel­le ich sicher, dass jede Per­son zu Wort kommt. Zur Not wird eine fes­te Rede­rei­hen­fol­ge fest­ge­legt, die zunächst ein­mal ein­ge­hal­ten wird. Auf die­se Wei­se bekomm alle ihren Zeit­raum, in dem sie sich äußern kön­nen. Eben­so unter­bin­de ich Dis­pu­te und direk­te Dia­lo­ge, da sie die Rei­hen­fol­ge unterbrechen.

Es scheint wirk­lich schwie­rig zu sein, ande­ren erst ein­mal zuzu­hö­ren. Selbst Füh­rungs­per­so­nen sind gele­gent­lich so von sich ein­ge­nom­men oder unge­dul­dig. Ich habe Per­so­nen erlebt, die es kaum aus­hal­ten kön­nen, ande­ren zuzuhören.

Doch nur wer zuhört, kann den ande­ren ver­ste­hen. Zuhö­ren kann nur rich­tig, wenn er nicht gleich­zei­tig sen­det. So wird aus der Sen­de­pau­se des Einen, die Chan­ce der Ande­ren, sich zu äußern.

In der über­wie­gen­den Zahl sol­cher Aus­tauschrun­den beru­hi­gen sich jedoch die Gemü­ter und die Stö­run­gen wer­den weni­ger. Auf magi­sche Art kom­men dann viel mehr Per­spek­ti­ven und Ideen zusam­men. Selbst hin­ter Ein­wän­den wer­den Chan­cen sicht­bar, wenn es nicht um recht haben geht, son­dern um Ver­stän­di­gung und Verständnis.

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